Ich betrachte es als eine Art Fetisch – meinen
Selbstverschluss und die dadurch bedingte Keuschheit.
Einen Fetisch, den ich rund um die Uhr ausleben kann.
Rund um die Uhr und unauffällig. Wer es nicht weiß, merkt
davon nichts.
In einer Partnerschaft hat man miteinander Spaß, andere
befriedigen sich selbst. So wie ich auch, wenn ich nicht verschlossen bin und
„Robert, der Wichser“ bin.
Manchmal verfluche ich diesen Fetisch. So wie heute zu
gewissen Zeitpunkten.
Ich könnte einfach hergehen und mich aufschließen. Aber dann
wären die letzten Tage (bisher 27) umsonst gewesen, wenn ich es jetzt
rauslassen würde.
Der tagelange Aufbau dieser Spannung wäre umsonst gewesen, wäre
in wenigen Minuten weg.
Ich könnte natürlich auch an mir „nur spielen“ – ohne
abzuspritzen. Aber da bin ich mir sicher, dass mir das nicht gelingen würde.
Viel zu groß wäre da ab einem gewissen Zeitpunkt die Gier.
Das würde wohl nur unter Aufsicht funktionieren.
Und dann, nach dem Abspritzen? Wieder von neuem beginnen?
Das möchte ich nicht.
Einige sind möglicherweise der Meinung, dass ein Verschluss
ohne Schlüsselherrschaft (egal, ob w oder m) nicht funktionieren kann.
Bis zu einem gewissen Grad ist das sicher richtig. Hat man
eine Schlüsselherrschaft, die über einen bestimmt, steigert das die Lust auf
alle Fälle noch mehr.
Für meine aktuelle Phase der Keuschheit habe ich mir bisher
keinen so richtigen Termin gesetzt. Ich peile jedenfalls Weihnachten an.
Bis 26. Dezember wären das dann 88 Tage.
Das ist nicht allzu lange, ich weiß. Aber es ist ja auch
kein fixer Termin.
robert